Lockerer Sitz, langer Zügel, ein Pferd, das auf feinste Hilfen reagiert – Westernreiten wirkt auf den ersten Blick gemütlich, ist in Wahrheit aber eine sehr präzise Reitweise. In Österreich hat sie über die Jahre eine treue Anhängerschaft gefunden, von der Freizeitrunde bis zum Turniersport. Hier bekommst du einen Überblick, was Westernreiten ausmacht und wie du am besten einsteigst.
Woher das Westernreiten kommt
Die Reitweise stammt von der Arbeit der amerikanischen Cowboys, die den ganzen Tag im Sattel saßen und Rinder über weite Strecken trieben. Aus dieser Praxis entstanden ein bequemer Sattel mit Horn, eine einhändige Zügelführung und Pferde, die selbstständig mitdenken. Genau diese Gelassenheit und Wendigkeit machen das Westernreiten bis heute aus.
Die wichtigsten Disziplinen
Westernreiten ist vielfältiger, als viele denken. Zu den bekanntesten Disziplinen gehören:
- Reining – die „Dressur“ des Westernreitens, mit Spins, schnellen Kreisen und dem spektakulären Sliding Stop
- Trail – ein Geschicklichkeitsparcours mit Toren, Brücken und Stangen, der Nervenstärke und Rittigkeit verlangt
- Pleasure – ruhiges, taktreines Gehen in allen Gangarten, bei dem ein angenehm zu reitendes Pferd im Vordergrund steht
- Western Horsemanship – die Bewertung von Sitz und Einwirkung des Reiters
Welche Pferde sich eignen
Klassische Westernpferderassen wie Quarter Horse, Paint Horse und Appaloosa sind für ihr ausgeglichenes Wesen und ihre Wendigkeit bekannt. Grundsätzlich lässt sich aber fast jedes ruhige, gut ausbildbare Pferd westerngerecht reiten. Wichtiger als die Rasse ist eine solide Grundausbildung und ein Pferd, das gelernt hat, auf leichte Gewichts- und Schenkelhilfen zu reagieren.
So steigst du ein
Der beste Weg führt über einen Reitbetrieb oder eine Reitschule mit Westernausrichtung. Schon ein paar Unterrichtsstunden zeigen dir, ob dir die ruhige, auf Feinheit ausgelegte Arbeit liegt. Eine teure Spezialausrüstung brauchst du am Anfang nicht – ein Helm, bequeme Kleidung und festes Schuhwerk genügen für die ersten Stunden. Den passenden Sattel und das Zaumzeug stellt anfangs ohnehin meist der Betrieb. Wer dranbleibt, entdeckt im Westernreiten eine Reitweise, die Gelassenheit und Präzision auf besondere Weise verbindet.